Ein Gemälde zu beleuchten scheint eine Frage der Strahler zu sein, entschieden wird es aber vorher: wo die Schiene verläuft, wie hell der Raum ist, was der Besucher zuerst sehen soll. Mit der richtigen Geometrie genügen wenige Watt, mit der falschen rettet kein Strahler das Bild.
Hier die Zahlen, mit einem Rechner für Wandabstand, Ausstrahlwinkel und Candela. Konservatorische Fragen (Jahresdosis, Schaden pro Lumen, UV) behandelt der Leitfaden Museumsbeleuchtung.
1. Grundlicht und Akzentlicht
- Grundlicht dient der Orientierung im Raum;
- Akzentlicht macht das Werk sichtbar und lenkt den Blick.
Der häufigste Fehler ist zu viel Grundlicht: Das Auge passt sich der mittleren Helligkeit an, in einem hellen Raum wirken selbst 150 Lux auf dem Bild matt. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Werk und Wand.
| Verhältnis Werk / Wand | Wirkung | Einsatz |
|---|---|---|
| 1:1 | Flach, keine Hierarchie | Büros, Flure |
| 3:1 | Das Werk hebt sich natürlich ab | Volle Wände, Wohnungen |
| 5:1 | Das Werk ist der Blickfang | Museen, Galerien |
| 10:1 | Dramatisch | Einzelwerke, Skulpturen |
2. Der Winkel: 30 Grad
Ausgerichtet wird auf die Bildmitte, etwa 30 Grad zur Senkrechten. Firnis und Glas wirken wie ein Spiegel: Bei 30 Grad fällt der Reflex vor dem Betrachter auf den Boden, bei kleineren Winkeln steigt er auf Augenhöhe. Arbeitsbereich 28 bis 35 Grad.
3. Wandabstand und Ausstrahlwinkel
| Strahlerhöhe | Wandabstand | Distanz | Winkel, Bild 1,2 m breit | Winkel, Bild 0,6 m breit |
|---|---|---|---|---|
| 2,70 m | 0,64 m | 1,27 m | 51° | 27° |
| 3,00 m | 0,81 m | 1,62 m | 41° | 21° |
| 3,30 m | 0,98 m | 1,96 m | 34° | 17° |
| 3,60 m | 1,15 m | 2,31 m | 29° | 15° |
| 4,00 m | 1,39 m | 2,77 m | 24° | 12° |
| 4,50 m | 1,67 m | 3,35 m | 20° | 10° |
Die Schiene muss im richtigen Abstand liegen, bevor man weiß, welche Bilder kommen.
Rechner: der richtige Strahler für Ihr Bild
4. Wie viel Lux und Candela
50 Lux für Papier, Aquarelle, Textilien und Fotografien; 150 Lux für Öl und Tempera; 300 Lux und mehr für Stein, Metall, Keramik und Glas (CIE 157). Bei 30°-Ausrichtung gilt:
Bei 3 m Höhe (Distanz 1,62 m) braucht ein Ölbild mit 150 Lux etwa 780 cd, bei 4 m etwa 2.300 cd. Ein Gemälde braucht Kontrolle, keine Leistung. Jede ACSE-Produktseite hat einen Simulator für Lux und Lichtkegeldurchmesser.
5. Gleichmäßigkeit, Reflexe, Skulpturen
Der untere Bildteil ist weiter entfernt: Bei vollem Strahl erhält bei einem 1 m hohen Bild aus 3 m Höhe die Unterkante etwa fünfmal weniger Licht. Die Strahlmitte etwas unter die Bildmitte richten, ovale Optik für Querformate, zwei Strahler ab 2 m Breite. Gegen Reflexe: Winkel Richtung 35°, gut abgeschirmte Quellen (Snoot, Wabenraster), Bild leicht nach vorne neigen. Skulpturen: Hauptlicht seitlich von oben (30-45°), Aufhelllicht gegenüber mit einem Drittel bis zur Hälfte, optional Gegenlicht. Für Vitrinen: Vitrinenrechner.
6. Lichtfarbe und Farbwiedergabe
3000 K für alte Meister und Vergoldungen, 3500-4000 K für zeitgenössische Kunst und Fotografie; gleiches Weiß im ganzen Raum, innerhalb 3 MacAdam-Stufen; CRI mindestens 90 mit angegebenem R9, siehe CRI 90 und R9.
7. Häufige Fragen
Etwa 30 Grad zur Senkrechten, gemessen auf die Bildmitte. Dieser Winkel lenkt die Spiegelung des Strahlers zum Boden, weg von den Augen des Betrachters, ohne so flach zu sein, dass der Rahmen einen Schatten wirft. Gearbeitet wird zwischen 28 und 35 Grad: unter 25 spiegelt sich die Lichtquelle im Glas oder Firnis, über 40 beschattet der Rahmen das Bild.
Die Höhe des Strahlers über der Bildmitte mal 0,58 (Tangens von 30 Grad). Bei 3 m Deckenhöhe und Bildmitte auf 1,60 m sitzt der Strahler 81 cm von der Wand, bei 4 m Deckenhöhe 1,39 m. Der Rechner auf dieser Seite macht das für jede Höhe.
Das entscheiden die Materialien: 50 Lux für Papier, Aquarelle, Zeichnungen, Textilien und Fotografien; 150 Lux für Öl und Tempera; 300 Lux und mehr für Stein, Metall, Keramik und Glas (CIE 157). Zu Hause oder in einer Privatgalerie darf es mehr sein, aber es gilt dasselbe: Das Verhältnis zwischen Bild und Wand zählt mehr als der absolute Wert.
Das Grundlicht dient der Orientierung im Raum, das Akzentlicht macht das Werk sichtbar. Ist der Raum schon hell, tritt das Werk auch mit vielen Lux nicht mehr hervor. Als Regel ist das Werk 3- bis 5-mal heller als die umgebende Wand, bis zu 10-mal für eine dramatische Wirkung.
Weil das Auge des Betrachters in der Richtung liegt, in die Glas oder Firnis das Bild der Lichtquelle zurückwerfen: Ausfallwinkel gleich Einfallswinkel. Ein zu tief oder zu nah an der Wand sitzender Strahler bedeutet einen Reflex auf Augenhöhe. Abhilfe schafft das Versetzen des Strahlers, nicht das Dimmen.
Mit mindestens zwei Lichtern: einem Hauptlicht von oben und seitlich in etwa 30-45 Grad, das die Formen über Schatten zeichnet, und einem schwächeren Aufhelllicht von der Gegenseite (ein Drittel bis die Hälfte), das die Schatten öffnet, ohne sie zu löschen. Ein einzelnes Licht senkrecht von oben drückt die Volumen platt und verdunkelt Gesichter.